Alkoholfreie Getränke - Corona verstärkt den Trend

Der seit Jahren abnehmende Konsum alkoholhaltiger Getränke ging während der Corona-Pandemie weiter zurück. Die zeitweilige Schließung der Gastronomie und die Absage von Großveranstaltungen wurden offenbar nicht vollständig durch den Konsum im häuslichen Umfeld kompensiert – und das trotz sinkender Verbraucherpreise.

Gesunde Getränke statt Alkohol
© Bild von silviarita auf Pixabay
09.04.2021

Anscheinend müssen die Menschen sich während der Krise und mehrerer Lockdowns die Welt nicht schön trinken. Vielmehr steht schon seit Jahren – unabhängig von Corona – Gesundheit und Wellness im Vordergrund – auch bei Getränken. Mineralwasser, Fruchtsäfte, Smoothies und Wellnessgetränke boomen schon seit Jahren. 

Der Bierverbrauch pro Kopf mit einem Minus von -5,4 % gegenüber 2019 zeigte den stärksten Einbruch. Damit konsumierte jeder Einwohner und jede Einwohnerin 2020 im Durchschnitt knapp fünf Liter Bier weniger als im Vorjahr.
Hier mögen sich vor allem die Schließung der Gastronomie und das Kontaktverbot ausgewirkt haben – das Feierabendbier in der Kneipe oder die Party mit Freunden fielen aus, ebenso die Biere mit anderen Fans im Fußballstadion, bei Festivals oder großen Konzerten.  Dies deckt sich mit der Feststellung, dass der Bierabsatz besonders während der Lockdown-Monate zurückging. Ein Bier allein vor dem Fernseher macht nicht halb so viel Spaß wie ein paar Biere in geselliger Runde.

Der Ausfall privater Feiern, Großveranstaltungen und Silvesterpartys schlägt sich dagegen kaum in den Zahlen für Sekt und Schaumwein nieder. Der Rückgang entsprach mit etwa -2,1 % der bereits seit 2013 durchschnittlichen jährlichen Abnahme. Die Preise für Sekt, Prosecco und Champagner sanken im Pandemie-Jahr 2020 um durchschnittlich 1,2 % und damit deutlicher als die Preise für andere alkoholische Getränke. Dies mag vielleicht den einen oder anderen dazu bewogen haben sich mal einen Prosecco außerhalb der Reihe zu gönnen. Und nur zu zweit mit Sekt auf Geburtstag, Hochzeitstag, Neujahr etc. anzustoßen ist nicht ungewöhnlich, sondern üblich. 

Der sinkende Alkoholverbrauch während der Pandemie zeigt sich auch beim Absatz von Spirituosen: Dieser sank leicht um -0,9 % gegenüber 2019. Allerdings zeigt ein Blick auf die vergangenen zehn Jahre deutliche Schwankungen, sodass wohl nur ein Teil des Rückgangs auf die Corona-Krise zurückzuführen sein dürfte.

Dieser Rückgang beim Alkoholkonsum ist vor allem auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Dies wurde offenbar nicht vollständig durch den Konsum im häuslichen Umfeld kompensiert.

Zusätzlich zum bereits bestehenden Trend zu Gesundheit, Wellness und entsprechenden Getränken entwickelte sich bei vielen Menschen gerade im Corona-Jahr der Wunsch gesund und fit zu bleiben, um dem Virus im Falle des Falles in möglichst bester Verfassung entgegen treten zu können.