Hypocras: Der legendäre Gewürzwein des Mittelalters

Hypocras war der Champagner des Mittelalters – ein luxuriöser Gewürzwein, der an königlichen Höfen und in wohlhabenden Kreisen als Delikatesse und Heilmittel geschätzt wurde. Dieser mit Honig gesüßte und mit exotischen Gewürzen verfeinerte Wein verkörperte den Geschmack einer ganzen Epoche.

Hypocras
© Generiert mit KI
15.06.2026
Quelle:  Text mit KI generiert

Was ist Hypocras?
Hypocras ist ein stark gesüßter roter Gewürzwein, dem im Mittelalter medizinische Eigenschaften zugeschrieben wurden. Der Name leitet sich vom berühmten griechischen Arzt Hippokrates ab, was bereits die heilende Wirkung betonte, die man diesem Getränk nachsagte. Neben der roten Variante existierte auch eine weiße Version, die "lûtertranc" oder "claret" genannt wurde.

Die kostbaren Zutaten
Die Herstellung von Hypocras war eine Kunst für sich. Ein klassisches Rezept von Taillevent, dem Leibkoch Karls V., verwendete:

  • Zimt als Hauptgewürz
  • Gewürznelken für die Würze
  • Orangenblüten für das Aroma
  • Ingwer und Kardamom für die Schärfe
  • Rosenwasser als edle Note
  • Honig oder später Zucker zum Süßen

Weitere Varianten enthielten Majoran, Muskatnuss und Pfeffer. Diese Gewürzmischungen machten Hypocras zu einem wahren Luxusgetränk.

Die Geschichte des edlen Gewürzweins
Gewürzweine kannten bereits die Römer unter dem Namen "Conditum Paradoxum". Im Mittelalter erlebte Hypocras seine Blütezeit und verbreitete sich von den Klöstern ausgehend über ganz Europa. Der Tempelritter und Mediziner Arnau de Vilanova erwähnte das Getränk in seinen Schriften und trug zur Popularität bei.

Ein teures Vergnügen
Hypocras war definitiv kein Getränk für das einfache Volk. Die verwendeten Gewürze mussten über weite Handelswege aus dem Orient importiert werden. Zimt, Nelken und Kardamom kosteten damals ein Vermögen – teilweise mehr als ihr Gewicht in Gold wert. Nur Adlige, reiche Kaufleute und Klöster konnten sich diesen Luxus leisten.

Hypocras heute
Hypocras ist nicht völlig verschwunden. In Basel lebt die Tradition fort: Dort wird noch heute zu Neujahr traditioneller Hypokras getrunken, der sogar aus den Hähnen des Dreizackbrunnens ausgeschenkt wird. Seit 1523 ist der Handel mit diesem süßen Wein in Basel offiziell gestattet.

Einige Spirituosenhersteller und Winzer bieten heute wieder Hypocras-Varianten an, meist als Saisonprodukt oder Spezialität. Diese modernen Interpretationen orientieren sich an historischen Rezepten und bringen den Geschmack des Mittelalters ins 21. Jahrhundert.

Der mittelalterliche Gewürzwein zeigt, wie Luxus und Medizin einst verschmolzen. Hypocras war mehr als nur ein Getränk – er war Symbol für Wohlstand, Kultur und die Sehnsucht nach dem Exotischen.

Das könnte Sie auch interessieren


 

Ausgewählte Topnews aus der Getränkeindustrie