Gebrauchte Getränkedosen: Speira nimmt neuen Recyclingofen in Neuss in Betrieb
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Das Aluminiumwalz- und Recyclingunternehmen Speira hat einen neuen, vierten Recyclingofen im Rheinwerk in Neuss offiziell in Betrieb genommen. Damit hat das Unternehmen ein rund 40 Mio. € umfassendes Investitionsprojekt zum Ausbau seiner Recyclingaktivitäten am Standort abgeschlossen.
Neben dem neuen Ofen mit einer jährlichen Kapazität von etwa 60.000 t Aluminium wurden mit den Mitteln auch die dritte von insgesamt vier Gießanlagen für Recyclinglegierungen optimiert sowie zusätzliche Lagerkapazitäten für 6.500 t Getränkedosenschrott geschaffen.
Die neuen Lagerflächen sind in den rund 300 m langen Hallen der ehemaligen Aluminiumhütte entstanden. Zum Projekt gehören außerdem Einrichtungen zur Annahme und Beprobung der angelieferten Schrotte. Der neue Recyclingofen ist zudem für den Einsatz von Wasserstoff vorbereitet, falls das Rheinwerk künftig an ein entsprechendes Versorgungsnetz angeschlossen wird.
Mit dem Ausbau setzt Speira die Umstellung des Rheinwerks von der energieintensiven Primäraluminiumproduktion auf das Aluminiumrecycling fort. Die Elektrolyse am Standort wurde inzwischen vollständig stillgelegt. „Mit den neuen Anlagen schaffen wir die Voraussetzungen, deutlich mehr Aluminium im Wertstoffkreislauf zu halten und unseren Kunden zusätzliche Mengen an Recyclingaluminium zur Verfügung zu stellen“, erklärte Speira-CEO Einar Glomnes letzte Woche bei der feierlichen Inbetriebnahme des neuen Ofens.
Ein wichtiger Absatzmarkt für das zusätzliche Recyclingaluminium ist die Getränkedosenindustrie. Zu den Abnehmern zählt unter anderem der österreichische Energydrink-Hersteller Red Bull, der für seine Getränkedosen Recyclingaluminium von Speira verwendet. Die steigende Nachfrage nach entsprechendem Dosenmaterial ist laut Speira ein wesentlicher Treiber für den Ausbau der Recyclingkapazitäten im Rheinwerk.
„Vor zehn Jahren haben wir gemeinsam mit unserem Team den Weg eingeschlagen, das Rheinwerk konsequent auf Recycling auszurichten“, sagte Boris Kurth, Leiter der Business Unit Can bei Speira. Mit dem Abschluss der Investition über 40 Mio. € erreiche das Unternehmen nun einen entscheidenden Meilenstein bei der Transformation des Standorts. Mit dem Ausbau der Recyclingkapazitäten will Speira den Angaben zufolge außerdem dazu beitragen, die europäische Aluminiumindustrie unabhängiger von Rohstoffimporten zu machen und den Abfluss von Aluminiumschrotten durch Exporte in andere Weltregionen zu verringern.