Vetropack-Gruppe eröffnet Konsultationsverfahren über die Zukunft ihres Produktionsstandorts in St-Prex

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Vetropack in St-Prex
© Vetropack-Gruppe
22.03.2024
Quelle:  Firmennews

Die Vetropack-Gruppe, einer der führenden europäischen Glasverpackungshersteller, hat bekannt gegeben, dass sie ein Konsultationsverfahren über die Zukunft ihres Produktionsstandorts in St-Prex (VD) eröffnen wird. Das traditionsreiche Werk leidet seit Jahren unter Schwierigkeiten im Hinblick auf Standort und Rentabilität. Die Vetropack-Gruppe hat deshalb umfassende Analysen durchgeführt, um zu prüfen, ob der Weiterbetrieb des Werks noch möglich ist. Das Ergebnis zeigt: Die Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort sind negativ – und könnten noch in diesem Jahr zu seiner Schliessung führen. Die Entscheidung darüber wird der Verwaltungsrat jedoch erst nach Abschluss des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens treffen.

Der über hundert Jahre alte Produktionsstandort St-Prex war über die Jahrzehnte Gegenstand zahlreicher Anpassungen und grösserer Investitionen – allein seit 2010 im Umfang von mehr als 50 Millionen Schweizer Franken. Trotz dieser Bemühungen leidet der einzige Schweizer Standort der Vetropack-Gruppe unter seiner zu geringen Grösse, den Beschränkungen durch die Lage inmitten eines stark bebauten Gebiets sowie der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit in einem deutlich härter gewordenen Marktumfeld. Die Rentabilität des Standorts ist so keineswegs mehr gesichert.

All dies sind Themen, mit denen sich die Gruppenleitung bereits seit mehreren Jahren befasst. Eine Entscheidung über die Zukunft des Standorts ist jetzt notwendig, da die bestehende Schmelzwanne aufgrund Ihres Alters ersetzt werden muss. Dafür wäre eine Investition von mindestens 30 Millionen CHF erforderlich. Eine solche Investition ist wirtschaftlich unter den gegebenen Rahmenbedingungen aber nicht darstellbar.

Angesichts dieser Entwicklung haben Gruppenleitung und Verwaltungsrat von Vetropack umfassende Analysen zur Situation durchgeführt, deren Folge heute die Einleitung eines Konsultationsverfahrens ist. Dieses könnte – soweit sich keine tragfähige Alternative findet – zur Schliessung der Produktion in St-Prex führen. „Das ist für uns eine schwierige Situation. St-Prex ist unsere einzige Glasproduktion im Schweizer Markt und wir sind uns der Bedeutung einer möglichen Schliessung insbesondere für unsere Mitarbeitenden am Standort sehr bewusst“, erklärt Claude Cornaz, Verwaltungsratspräsident der Vetropack-Gruppe. „Nichtsdestotrotz bleiben die Aussichten für das Werk im Hinblick auf Wettbewerb und Entwicklungsmöglichkeiten mehr als ungewiss. Wir sind selbstredend offen für jeden realistischen Vorschlag, der es uns ermöglicht, Kündigungen zu vermeiden oder zu begrenzen und gegebenenfalls ihre Auswirkungen abzumildern."

Die Position von Verwaltungsrat und Gruppenleitung basiert auf einer umfassenden Bewertung der Produktion in St-Prex einschliesslich der Prüfung von Optimierungspotenzialen. „Die Schliessung der Fabrik wäre die letzte Option. Sie kommt für uns nur dann in Frage, wenn wir langfristig keine Möglichkeiten mehr sehen, die Leistung des Standorts zu verbessern und seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, erklärt Johann Reiter, CEO von Vetropack. „Für St-Prex wie auch für jeden anderen Standort haben wir unterschiedlichste Entwicklungsszenarien geprüft. Keines von ihnen führte bislang zu einem positiven wirtschaftlichen Ergebnis.“

Mit Glasverpackungen aus St-Prex generiert Vetropack derzeit noch rund 40 Prozent der Umsätze mit Schweizer Kunden. Im Fall der Schliessung würden diese Kunden künftig von anderen Vetropack-Werken in den Nachbarländern – insbesondere Österreich und Italien – beliefert.

Konsultationsverfahren in den kommenden Wochen
Eine Schliessung des Werks, die nach heutigem Stand in der zweiten Jahreshälfte 2024 erfolgen könnte, hätte auch den Abbau des Grossteils der rund 180 Arbeitsplätze am Standort St-Prex zur Folge. „Wenn dies nicht vermieden werden kann, wird unsere Gruppe verantwortungsvoll handeln und sich um sozial verträgliche Lösungen für alle Mitarbeitenden bemühen“, so Johann Reiter.

In den kommenden Wochen werden die Mitarbeitenden gemäss den gesetzlichen Vorgaben für Konsultationsverfahren die Möglichkeit erhalten, zu der Situation Stellung zu beziehen und gegebenenfalls Alternativvorschläge zu unterbreiten. Diese werden vor einer endgültigen Entscheidung vom Verwaltungsrat dann eingehend geprüft und bewertet.

Nicht betroffen von einer möglichen Schliessung der Produktion in St-Prex wären in jedem Fall die Anlagen für das Glasrecycling in der Region: „Wir werden weiterhin unsere Verantwortung in diesem Bereich wahrnehmen, indem wir geschlossene Rohstoffkreisläufe für Glas sicherstellen und eng mit den lokalen Gemeinden zusammenarbeiten", so Johann Reiter.

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