Deutschland: Mauritius Brauerei meldet Insolvenz an

Die Mauritius Brauerei in Zwickau hat Insolvenz angemeldet, wie das Amtsgericht Chemnitz bestätigte, das ein Vorverfahren eingeleitet und Henry Girbig zum Insolvenzverwalter bestellt hat. Die Brauerei, die zuletzt jährlich rund 250.000 Hektoliter Bier produzierte, wird den Betrieb vorerst fortsetzen, während Optionen für eine Restrukturierung geprüft werden, berichtete Inside.beer am 18. März.

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01.04.2026
Quelle:  Firmennews

Das Unternehmen beschäftigt rund 51 Mitarbeiter, deren Löhne für die kommenden Monate durch Insolvenzleistungen gesichert sind. Girbig betonte, dass Anstrengungen im Gange seien, um das Geschäft zu stabilisieren und einen nachhaltigen Sanierungsplan zu entwickeln, und wies darauf hin, dass die Brauerei nach wie vor über einen grundsätzlich tragfähigen Kern sowie die Unterstützung wichtiger Kunden und Lieferanten verfüge.

Die finanziellen Schwierigkeiten sind auf eine Kombination aus makroökonomischen und strukturellen Herausforderungen zurückzuführen. Steigende Kosten für Energie und Rohstoffe haben den Druck erheblich erhöht, während der rückläufige Bierkonsum die Einnahmen weiter geschwächt hat. Allein in Sachsen sank der Bierabsatz im vergangenen Jahr um etwa 6,9 %, was einen landesweiten Rückgang von rund 6 % widerspiegelt – den stärksten seit der deutschen Wiedervereinigung.

Vertreter der Branche warnen, dass Brauereien ohne eine solide Eigentümerstruktur besonders gefährdet sind, da steigende Kosten und sinkender Konsum die Margen schmälern und ihre finanzielle Stabilität zunehmend unter Druck setzen. Weitere prominente Beispiele für finanzielle Schwierigkeiten sind Eichbaum, das sich unter finanziellem Druck in einer Umstrukturierung befindet und voraussichtlich nächste Woche einen neuen Investor vorstellen wird, sowie Leikeim, das kürzlich Insolvenz angemeldet hat, den Betrieb unter Insolvenzverwaltung jedoch fortsetzt, während es nach einer nachhaltigen Sanierung strebt.

Nach Angaben des Sächsischen Brauereiverbandes verstärken zusätzliche Belastungen wie Mindestlohnsteigerungen, regulatorische Auflagen und Verwaltungskosten den Druck auf die Branche.

Im Jahr 2018 erwarb Dinkelacker-Schwaben Bräu eine Mehrheitsbeteiligung an Mauritius, während Jörg Dierig als Minderheitsgesellschafter und Geschäftsführer hinzukam. Dinkelacker verkaufte seine Anteile jedoch später rückwirkend zum 1. Januar 2023 an Dierig, der seitdem alleiniger Gesellschafter des Unternehmens ist.

Die Brauerei produziert eine Reihe von Bieren, darunter Eigenmarkenprodukte für große Einzelhändler wie REWE, für die sie die Marke Kosmonaut braut, sowie weitere regionale und Discounter-Marken.

Trotz der Insolvenz sieht der Insolvenzverwalter realistische Aussichten auf eine Sanierung und betont, dass die Brauerei nach wie vor ein wichtiger regionaler Arbeitgeber und eine Marke mit etablierter Marktpräsenz ist.

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