Traditionsbiermarken Schneider Weisse, Bischofshof und Weltenburger ab 2027 unter einem Dach
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- Familienbrauerei Schneider Weisse wird Markenrechte an „Bischofshof“ und „Weltenburger“ von Brauerei Bischofshof erwerben
- Älteste Klosterbrauerei der Welt in Weltenburg und Logistik von Bischofshof sollen ebenfalls an Schneider Weisse übergehen
- Unternehmen Bischofshof mit Brauereistandort Regensburg soll Ende 2026 geschlossen werden
Vor dem Hintergrund der unverändert anhaltenden Schwäche des deutschen Biermarktes planen die bayerische Traditionsbrauerei G. Schneider & Sohn GmbH („Schneider Weisse“) aus Kelheim und die von einer Stiftung des Bistums Regensburg getragene Brauerei Bischofshof GmbH & Co. KG zum 1. Januar 2027 ihre Geschäftsaktivitäten neu zu ordnen. Beide Brauereien kooperieren bereits seit langem im Rahmen einer Lohnbrauvereinbarung miteinander. Mit der Neuordnung der Aktivitäten sollen drei Hauptziele erreicht werden: 1. Die Nutzung von Synergien und eine deutliche Effizienzsteigerung bei Produktion, Vertrieb sowie Organisation sollen den bekannten Biermarken eine langfristig starke Position in ihren Absatzmärkten garantieren. 2. Trotz des fortschreitenden Brauereisterbens in Deutschland wird ein Komplettverlust von Arbeitsplätzen verhindert. 3. Die Herstellung der bekannten Biermarken basiert auf jahrhundertealter Brauerfahrung und regionalen Traditionen. Sie sollen auch künftig vollständig in bayerischer Hand und unter bayerischem Management bleiben.
Georg VII. Schneider, Geschäftsführer Schneider Weisse: „Mit Schneider Weisse, Bischofshof und Weltenburger wollen wir ein Portfolio absoluter Traditionsmarken schaffen. Wir verbinden damit unsere über 150-jährige Weißbiertradition mit fast 380 Jahren Historie der Marke Bischofshof und der bis ins Jahr 1050 zurückreichenden Brautradition der ältesten Klosterbrauerei der Welt. So schaffen wir ein sich perfekt ergänzendes Bierangebot voller Geschichte und Traditionen, das es weltweit kein zweites Mal aus einer Hand gibt. Am Markt ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal und mit den entstehenden Synergien von Einkauf über Herstellung bis Vertrieb sind wir für die aktuellen Herausforderungen bestens aufgestellt.
Hintergrund sind die seit Jahren drastisch zurückgehenden Absätze deutscher Brauereien im In- und Ausland. Allein in den letzten zehn Jahren hat die Branche knapp 14 Millionen Hektoliter und damit knapp 14 Prozent ihres Absatzes verloren (2015: 95,6 Millionen Hektoliter; 2025: 82,6 Millionen Hektoliter). Und der Trend ist ungebrochen: In den letzten 15 Monaten lagen die Absätze laut Statistischem Bundesamt immer unter denen des Vorjahres.[i] „Fakt ist: Auf uns alleine gestellt, war ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Marken trotz aller Anstrengungen und guten Weichenstellungen der letzten Monate nicht mehr möglich. Dafür hat die Marktentwicklung auch bei uns zu deutliche Spuren hinterlassen. Die drohende komplette Geschäftsaufgabe oder die Zerschlagung durch einen Investor ganz ohne Bezug zur Region und ihrer Geschichte können wir durch die jetzt gemeinsam mit Schneider Weisse zu verwirklichende ‚bayerische Lösung‘ aber abwenden und damit auch ein wichtiges Stück bayerischer Brautradition dauerhaft bewahren. Die Mitarbeiter am Standort Regensburg werden wir wo möglich an passende Unternehmen aus dem Netzwerk in der Getränkebranche und dem weiteren Umfeld der Brauerei vermitteln. Wir möchten alle unsere Mitarbeiter so gut es geht unterstützen“, so Hedrich weiter.
Thomas Maria Freihart, Abt des Benediktiner Klosters Weltenburg: „Wir sind sehr froh, dass mit der jetzt gefundenen ‚bayerischen Lösung‘ auch der Weiterbetrieb der ältesten Klosterbrauerei der Welt für die Zukunft gut abgesichert ist. So konnten wir den drohenden unwiederbringlichen Verlust eines ganz wichtigen Teils der bayerischen und klösterlichen Brautradition abwenden. Im Kloster Weltenburg schauen wir zurück auf fast 1000 Jahre Braugeschichte. Das gibt es sonst nirgends. Und diese Geschichte werden wir jetzt gemeinsam mit unseren direkten Nachbarn aus Kelheim weiter fortschreiben.“